Titel:
Urban Fabric Types and Microclimate Response – Assessment and Design Improvement (Urban Fabric + Microclimate)

Förderprogramm:
ACRP 3rd Call, Thematic Area 4: Understanding the climate system and consequences of climate change
Klima- und Energiefonds, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW)

Projektstart und -dauer:
1.5.2011 – 20.1.2014 (33 Monate)

Projektkoordination:
Technische Universität Wien; Institut für Städtebau, Landschaftsarchitektur und Entwerfen (Team: Prof. DI Richard Stiles, Dr. Katrin Hagen, DI Heidelinde Trimmel, DI Beatrix Gasienica-Wawrytko)

Projektpartner:
Austrian Institute of Technology GmbH; Energy Department (Team: Dr. Wolfgang Loibl, Dr. Tanja Tötzer, Mag. Mario Köstl)

TU München; Lehrstuhl für Strategie und Management in der Landschaftsentwicklung (Team: Prof. Dr. Stephan Pauleit, DI Annike Schirmann)


Zusammenfassung

Städte sind Wohnort einer überwiegenden Mehrheit der europäischen Bevölkerung. Sie sind besonders empfindlich gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels, da die globale Erwärmung in verdichteten und stark versiegelten Stadträumen zu besonders starken Effekten führen kann (Stichwort Wärminseleffekt). Infolge kann das städtische Klima in Zukunft zunehmend die Gesundheit und das Wohlbefinden und somit die Lebensqualität der städtischen Bevölkerung beeinflussen. Städte sind aber nicht homogene Einheiten, sie haben eine sehr differenzierte interne Struktur was die Bebauungsform und –dichte bzw. Freiraumstruktur und Vegetationsanteil angeht. Es ist also zu erwarten, dass nicht alle Teile einer Stadt gleichermaßen von den Auswirkungen der Klimawandel beeinflusst werden bzw. unterschiedliche Potentiale und Möglichkeiten für entsprechende Adaptionsmaßnahmen aufweisen werden. Ein Ziel des Projektes war es deshalb, herauszufinden, inwieweit die Stadtmorphologie, als Ausdruck der kleinteiligen Bebauungs- und Freiraumstruktur den verschiedenen mikroklimatischen Phänomenen und deren Wahrnehmung durch die Bevölkerung beeinflussen kann.

Daraus sollten differenzierte Strategien entwickelt werden, die die negativen Effekte auf lokaler Ebene lindern können. Um dieses zu ermöglichen lag also ein weiterer Fokus in diesem Projekt in der Charakterisierung der Stadtmorphologie und der urbanen Landschaft, um die Interaktionen städtischer Freiflächen mit dem Mikroklima besser verstehen zu können. Am Beispiel der Stadt Wien wurden Stadtraumtypen gebildet und für die besonders kritische Typen jeweils klimatisch charakteristische und empfindliche Stadtraumsituationen identifiziert. Für diese wurden beispielhaft maßgeschneiderte, konkrete Gestaltungsmaßnahmen im Freiraum vorgeschlagen, die vor allem einer lokalen Überhitzung während der Sommermonate entgegensteuern sollen.

Die Ergebnisse sollen dazu dienen, Entscheidungsträgern aus der Stadtverwaltung sowie Planerinnen und Planern eine Grundlage zu bieten, sowohl für eine notwendige Bewusstseinsstärkung stadtklimatischer und freiraumbezogener Belange als auch für die Umsetzung konkreter gestalterischer Maßnahmen zur lokalen Verbesserung der klimatischen Bedingungen und somit des thermischen Wohlbefindens und der Lebensqualität der StadtbewohnerInnen.

Das Projekt verfolgt einen systematischen Ansatz, der die klimatischen Bedingungen und die Auswirkungen von möglichen Gestaltungsmaßnahmen auf Basis von Quadranten in einem Raster von 500x500m untersucht. Die Quadranten wurden zu unterschiedlichen „Stadtraumtypen“ gruppiert. Dieser Ansatz - Stadtraumtypen zu bilden als Basis von Simulationen und die daraus resultierende Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen - hat das Potential auch in anderen mitteleuropäischen Städten angewendet zu werden.